Heizungsoptimierung

Rund um das Heizungssystem gibt es einige Optimierungsmöglichkeiten in Hinblick auf den Energieverbrauch, allen voran den hydraulischen Abgleich und die korrekte Einstellung der Heizungsregelung.

Bei der Optimierung der Heizungsanlage im Bestand ist oftmals zusätzlicher Aufwand in Bezug auf die Heizkörper- und Rohrnetzerfassung, der Heizlastberechnung gemäß DIN EN 12831 erforderlich. Insbesondere zur Ermittlung von Raumheizlasten, Massenströmen, Rohrreibungs- und Armaturenwiderständen, Rohrdimensionen oder Rohrleitungsverlusten ist eine detaillierte Datenaufnahme sowie die Recherche nach Kennwerten in Bestandsdokumentationen erforderlich.

Zusammenspiel von Pumpe und gesamter Anlage

Damit eine Heizungsanlage gut funktioniert, muss die Pumpe auf die anderen Anlagenteile abgestimmt sein. Nur so funktioniert sie kostengünstig und ohne störende Geräusche. Dabei gehören die Regelung der Technik aber auch weitere hydraulische Sicherheitskomponenten wie Überdruckventile, Druckmesser oder Ausdehnungsgefäße zum System. Ebenfalls sind in der Betrachtung des Gesamtsystems auch Vorrichtungen zur Heizungswasserauffüllung, zur Entlüftung, zur Heizungswasseraufbereitung durch Filtertechnik oder Enthärtungsanlagen sowie sonstige hydraulischen Weichen oder Überströmventile zu berücksichtigen.

Hydraulischer Abgleich

Bei einem hydraulisch abgeglichenen System können durch angepasste Massenströme alle Heizflächen bedarfsgerecht versorgt werden. Hierdurch ist ohne Komforteinbuße eine Absenkung der Systemtemperatur, die Einsparung an Heizkosten sowie an Stromkosten (Hilfsenergie) möglich.

Beeinträchtigungen durch Strömungsgeräusche oder durch ungleichmäßig bzw. schlecht aufheizbare Räume können durch ein hydraulisch abgeglichenes System ebenfalls vermieden werden.  

Der hydraulische Abgleich ist beispielsweise bei Neubau sowie im Bestand bei Kesseltausch, Anlagenkomponententausch oder bei erstmaligem Einbau eines Heizkessels durchzuführen. Hierbei ist Folgendes zu beachten:

  • Überprüfung und gegebenenfalls Austausch vorhandener Thermostatventile gegen voreinstellbare Thermostatventile.
  • Überprüfung der bedarfsgerechten Bestückung und Auslegung der Heizflächen (Rippen-, Flachheizkörper, Wand-, Fußbodenheizungen) in den Räumen. Gegebenenfalls sollte im Zusammenhang mit der Durchführung des hydraulischen Abgleichs gleich nachgerüstet werden.
  • Überprüfung des technischen Zustandes der Heizungsrohre, Armaturen und Wärmeübergabeflächen. In Abhängigkeit vom Material der Rohre (Stahl, Kupfer, Kunststoff) und deren technischem Zustand kann gegebenenfalls eine Spülung des Systems erforderlich sein. Zudem kann der Einbau von Schmutzabscheidern oder Wasseraufbereitungsanlagen sinnvoll sein.
  • Sofern eine Einrohrheizung vorliegt, ist der hydraulische Abgleich nur begrenzt für den jeweiligen Strang bzw. Heizkreis möglich.

Als Leitfaden zur Optimierung von Heizungsanlagen und der Durchführung des hydraulischen Abgleichs im Bestand hat der VdZ eine "Fachregel – Optimierung von Heizungsanlagen im Bestand" veröffentlicht.

Förderung zur Heizungsoptimierung und zum hydraulischen Abgleich
Eine Förderung des hydraulischen Abgleichs wird mit verschiedenen Förderprogrammen des Bundes ermöglicht.

Förderung bei Neubau:

Förderung bei Sanierung:

Ferner ist unter anderem auch bei der Modernisierung von Heizungsanlagen bei Nutzung erneuerbarer Energien (Anreizprogramm Energieeffizienz - APEE im MAP) (Wohngebäude, Nichtwohngebäude) ein hydraulischer Abgleich gefordert. Formulare zur Bestätigung des hydraulischen Abgleichs und zu den Angaben des angewendeten Verfahrens (Verfahren A oder Verfahren B) sind beim VdZ zu finden.

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